Mathias in Argentinien

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18. Oktober 2025, 15:32:12.

In Salta ist Buchmesse: Wie schön!!

18. Oktober 2025, 15:31:05.

Salta bei Nacht vom Cerro San Bernardo

18. Oktober 2025, 15:29:31.

In der Kathedrale von Salta gibt es ein Ehrengrab für den Nationalhelden General Güemes.

Neue Schule, neues Glück

18. Oktober 2025, 15:28:12.

Per E-Mail habe ich mich für Donnerstag, den 09.0925, mit dem Schulleiter meiner neuen Schule zur Videokonferenz per Teams verabredet. Ich bin sehr aufgeregt, denn immerhin könnte ich den Rest meines Dienstlebens an diesem Gymnasium unterrichten, falls ich nichts dagegen tue. Der gute Mann ist Sauerländer, unterrichtet Sport, Bio und Informatik, und ebenfalls Alpinist. Die Chemie scheint also zu passen. Unsere Schule wächst (eigentlich fünfzügig haben sich in der neuen fünften Jahrgangsstufe 240 Kinder angemeldet). Ab der 7. Klasse gibt's Spanisch (wie in Bremen!) und momentan gibt's vier (!) Willkommensklassen. Auch eine Imker- & Garten-AG und eine Skifahrt gibt's. Ruckzuck haben wir uns über eine Stunde unterhalten. Nach den Herbstferien schaue ich mir den Laden mal an. Ich gehe noch einmal auf die Buchmesse, auf der ich gestern Abend ein Spiel gefunden hatte, aber leider nicht mehr ausreichend Bargeld dabei hatte, um es zu erstehen. Heute sieht's besser aus. Auf dem Rückweg zum Hotel fallen mir die vielen bunten Bäume auf. Hier blüht eben schon vieles, weil wir ja hier im Norden näher am Äquator sind. Von Salta (auf 1200m) fahre ich weiter durch San Salvador de Jujuy nach Purmamarca (2324m), wo ich das zweite Frühstück einmehme und mir den Dorfkern anschaue. Um den Marktplatz gibt's viel buntes Kunsthandwerk der indigenen Andenvölker. Auf dem Marktplatz findet gerade eine winzige Demo statt. Es ist immer und überall auf der Welt dasselbe: Das Trinkwasser soll privatisiert werden und das Lithium in den Salzseen soll ausgebeutet werden. Es wird geschätzt, dass 60% der weltweiten Lithiumvorkommen in Chile, Bolivien und Argentinien lagern. Die einheimische Bevölkerung (meist einfache Bauern) fürchten um das Trinkwasser in ihren Brunnen. Die ausländischen Firmen und auch die argentinische Regierung scheuen nicht vor gewalttätigen Einschüchterungsversuchen zurück. Gewalt, Verhaftungen und selbst Mord soll es gegeben haben. Auf der Baja California Sur war es ein kanadisches Unternehmen, was dort ein Bergwerk eröffnen und mexikanische Politiker sich eine goldene Nase verdienen wollten. Allerdings haben sich die Einheimischen quer gestellt. Auch in Costa Rica wollte die Regierung mal das Tafelsilber (staatliche Telefon- & Elektrizitätsgesellschaft) verscherbeln. Auch hier waren Schüler*innen, Studierende und arbeitende Menschen dagegen, demonstrierten und legten sich mit dem Staat an. Gibt's ein Beispiel, bei dem nach der Privatisierung der Service besser, die Kosten günstiger und die Versorgung besser geworden ist? Ich meine, selbst Kommunen im Ruhrgebiet und Bremen bereuen es, den ÖPNV, Wohnungsbaugenossenschaft, Stadtwerke, etc. privatisiert zu haben. Die Regierenden sind dann meist mit vollen Taschen und gutbezahlten Jobs in Aufsichtsräten über alle Berge...und die Endverbraucher*innen und die Umwelt guckt in die Röhre. Hier in den Anden sind Salzseen Feuchtgebiete, die Flüssen bzw. Schnee- & Gletscherwasser gespeist werden. Sole lagert unter den Salinen. Sie wird in flachere Becken abgepumpt und mit großen Mengen Süßwasser vermischt, was dann über 6-12 Monate verdunstet. Neben Speisesalz fallen eben auch andere Produkte wie Mineralien und Metalle an (besonders für Handy-, Laptop- & Auto-Akkus interessant: Lithiumcarbonat und -hydroxid). Für die Gewinnung einer Tonne Lithium werden zwei Millionen Tonnen Trinkwasser benötigt! Und dass in einer Gegend, in der es nur sehr selten regnet, weshalb Weide- & Landwirtschaft, aber eben auch die lokale Wasserversorgung in Gefahr sind. Ich fahre weiter an Felswänden vorbei, die gelb, orange, rot, braun, grün, grau und schwarz leuchten - je nach Sonnenstand und Mineralienzusammensetzung des Bodens. In den Dörfern gibt's überall schöne Sachen von einheimischen indigenen Kunstschaffenden. Leider werden die Koffer sehr voll sein. Gucken ist mit den Augen. Ich tanke den Vito an der einzigen Tankstelle in der Gegend in Tilcara voll und fahre auf die Hochebene bei Humahuaca (Puna genannt), um auf knapp über 3000m Sterne zu gucken. Gestern war Vollmond, so dass heute v.a. die Sterne und die Milchstraße leuchten.

15. Oktober 2025, 00:59:29.


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